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Mit dem maiBeck FÜR DICH erhält eine neue Qualität der Ausgehkultur Einzug ins Herz der Rheinmetropole. Spitzengastronomie ohne Beiwerk: Bestes Essen und ausgesuchte Weine ohne elitären Schnickschnack! Ein Restaurant für jeden Tag, ein Ort für den besonderen Anlass, ein Plätzchen zum Wohlfühlen und Genießen.

Das ist maiBeck Für Dich!

 

Aus aktuellem Anlass stellen wir allen unseren Gästen einen erfreulichen Artikel aus der FAZ vom 26.8. zur Verfügung.

Diejenigen, welche uns schon länger begleiten, wissen um die Bedeutsamkeit einer so grandiosen Kritik in gerade dieser Zeitung!

> Freitag, 26. August 2016
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> Feuilleton
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> Neuschwanstein kommt nicht auf den Teller
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> Geschmackssache
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> Spitzenküche für jedermann ohne Etikette und Chichi zu Preisen fast wie beim Italiener: Das ist das Credo der Kölner Köche Tobias Becker und Jan Cornelius Maier. Und vielleicht ist es ja noch viel mehr.
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> Liegt auf diesem Teller die Zukunft der deutschen Spitzengastronomie? Ist dieser Räucheraal aus Emden der Heilsbringer aller Feinschmecker? Immerhin heilt er uns wie von Zauberhand von all unseren traumatischen Begegnungen mit seinen grobschlächtigen Artgenossen, weil er so zart wie ein Seesaibling schmeckt und so delikat wie eine Mousse auf der Zunge schmilzt. Ein paar weiße Rübchen für die Erdigkeit, ein bisschen Rhabarber für die Säure, ein Tupfer Joghurtcreme für die Frische, zwei, drei Romana-Salatblätter für die Knackigkeit und ganz wenig Estragon für die Pikanterie von Anisaromen, mehr braucht er nicht als Entourage, um zu einem wunderbaren Gericht zu werden – kein handwerkliches Hexenwerk, keine hochartifizielle Geschmackskomposition, sondern ein klarer, logischer, unkomplizierter Teller, der sich vollkommen auf die Qualität seiner Ingredienzien konzentriert und ein Fanal des klugen Verzichts ist.
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> Tobias Becker und Jan Cornelius Maier sind Optimisten, die fest an die Zukunft der deutschen Spitzengastronomie glauben – vorausgesetzt, sie erkennt die Zeichen der Zeit. „Downsizing“, Ressourcenschonung und eine intelligente Lebensweise sind für die beiden Köche die großen gesellschaftlichen Trends, nicht nur beim Essen, sondern auch bei Autos oder beim Wohnen. Heute baue man sich lieber ein energieeffizientes Haus als ein Schloss Neuschwanstein, sagen sie, und auch bei der Haute Cuisine müsse es eine Wiederentdeckung der Einfachheit geben, ohne an der Qualität zu rütteln.
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> Die beiden Mittdreißiger, die fast alle ihre Lieferanten persönlich kennen und gern damit kokettieren, zu alt für die Rolle der Avantgardisten zu sein, gehen mit gutem Beispiel voran. Sie haben vor zweieinhalb Jahren nach nicht ganz kerzengeraden Lebensläufen ihr Bistro „Maibeck“ am Kölner Rheinufer eröffnet, das jeder Form von Überfluss entsagt, ohne sich selbst in den Kerker der Kargheit zu sperren. Es gibt keine Tischdecken, kein Silberbesteck, kein teures Geschirr. Die Böden sind aus Linoleum, die Tische aus Industrieholz, die Stühle aus schwarzem Plastik, die Lüftungsrohre gut zu sehen. Und wenn man in kurzen Hosen zum Essen erscheint, ist das für die beiden auch kein Problem, weil die Hemmschwelle für den Besuch ihres Restaurants idealerweise mit der Schwelle der Eingangstür bündig abschließen sollte.
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> Auch am Tisch gibt es kein Zögern und Zaudern, sondern nur Genuss ohne Grübelei. Den Raviolo mit einer Füllung aus Kopfsalat und Kartoffeln, der von Nüssen, Kohlrabi und einer Senf-Vinaigrette begleitet wird, muss man nicht mühsam dechiffrieren, weil er sich von selbst erschließt: Alles passt zusammen, alles ist wohlproportioniert, das Spiel zwischen Süße und Säure, Schwere und Leichtigkeit – und nichts hat wirklich etwas mit Bistro-Küche zu tun. Dasselbe gilt für die Forelle, die in einem säuerlichen Sud gar gezogen, mit mikroskopisch kleinen Croutons bestreut und auf ein Bett aus Escabeche-Gemüsewürfeln gebettet wird. Das wäre indes kein sonderlich aufregender Teller, gäbe es dazu nicht das selbstgemachte Kräuteröl aus Minze, Kerbel und Petersilie und vor allem die Kapern, die in Kamille eingelegt sind. Sie geben dem Ganzen eine würzig duftende Schärfe, eine verblüffende Fremdartigkeit durch die Kombination von Knospen und Blüten – und beseitigen letzte Zweifel daran, dass hinter der Einfachheit der Gerichte die Lust am Raffinement zweier hervorragender Köche steckt.
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> Zum Glück sind Maier und Becker verkrachte Existenzen, jedenfalls nach streng bürgerlichen Maßstäben. Der eine wollte Richter werden, studierte vier Semester Jura, schmiss dann aber die Brocken hin, tauschte die künftige Robe gegen die Schürze und arbeitete unter anderem beim Drei-Sterne-Koch Christian Bau. Der andere machte eine Ausbildung als Koch, bog danach auf den akademischen Karriereweg ab, schrieb sich für Lebensmitteltechnik ein, hatte aber rechtzeitig von der Theorie genug und steht jetzt mit seinem Kompagnon am Herd, um Klassiker der Wiener Tafelspitzküche wie den gekochten Kopfsalat mit Erbsen zu variieren. Im Thermomix wird aus den äußeren Salatblättern, die in anderen Küchen weggeworfen werden, ein Püree, das mit Erbsen, Erbsengrün, Erbsenblüten, gegrillten roten Zwiebeln und drei Tupfern Ricotta kombiniert wird, ganz einfach und doch in der Variation der Erbsenaromen alles andere als schlicht.
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> Die Kalbsschulter wiederum wird klassisch geschmort, mit Pfifferlingen und Miniaturwürfeln von der Kalbszunge garniert, um dann das „Maibeck“-Motto einer Rückkehr zu den Wurzeln wörtlich zu nehmen: Als Beilage gibt es gekeimten Weizen, der mit Liebstöckel aromatisiert ist und die Schwere des Gerichtes, die durch einen kraftstrotzenden Kalbsjus noch verstärkt wird, mit seinen zarten Keimen federnd abfängt.
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> Als Maier und Becker ihr Restaurant eröffneten, hängten sie ein Schild mit der Aufschrift „Drei Kronen, keine Sterne“ an die Wand, eine Hommage an das Wappen ihrer Heimatstadt Köln mit den Kronen der Heiligen Drei Könige und ein Ausdruck der Hoffnung, niemals Michelin-Sterne zu bekommen. Sie wurde enttäuscht. Doch am Konzept hat das nichts geändert. Heute ist das „Maibeck“ das vermutlich günstigste Sternerestaurant Deutschlands, das man so häufig und ungezwungen besuchen kann wie den Italiener um die Ecke. Die alleinige Zukunft der Spitzengastronomie wird es aber – da mögen uns die beiden grundsympathischen Beinaheakademiker verzeihen – hoffentlich nicht sein, da wir auf die Hochämter der Haute Cuisine im vollen Ornat, auf die gelegentlichen Besuche im Olymp der Küchengötter weder verzichten wollen noch können. Denn was wäre der Mensch, wenn er nicht nach den Sternen griffe?
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> Trotzdem gebührt Tobias Becker und Jan Cornelius Maier größter Dank und Respekt, weil sie etwas Unentbehrliches, Wegweisendes gebaut haben: die Brücke für jedermann von der sehr guten Alltagsküche in die Sphären absoluter Spitzengastronomie. JAKOB STROBEL Y SERRA
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> Maibeck, Am Frankenturm 5, 50667 Köln, Telefon: 0221 / 96267300, www.maibeck.de<http://www.maibeck.de>. Menü 42 Euro.

 

Stay hungry.

das maiBeck.